Gedenken den Opfern

Wir gedenken allen Opfern von Faschismus, Neonazismus, Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus sowie allen anderen Opfern rassistischer Ideologien.

An dieser Stelle können leider nicht alle Opfer rassistischer, rechtsextremer Gewalt und Terror genannt werden – es sind traurigerweise schlichtweg zu viele. Wir gedenken ausdrücklich ALLEN Opfern dieser menschenverachtenden Ideologien. Kein Vergeben. Kein Vergessen.

Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)

Über ein Jahrezehnt zog die neonazistische Terrorgruppe “NSU” durch Deutschland und ermordete aus menschenverachtendem, rassistischem Motiv 10 Menschen. Der NSU-Komplex ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt und ist eines der besten und traurigsten Beispiele für polizeiliches Versagen und dafür dass der Staat auf dem rechten Auge blind ist. Die Erniedrigungen denen die Familien der Opfer über Jahre hinweg von der Polizei ausgesetzt wurden sind bezeichnend für die faschistischen Strukturen in der Polizei, in anderen staatlichen Behörden wie dem Verfassungsschutz der jahrelang Neonazis deckte (und bis heute noch deckt) und deren Inkompetenz. Wir wünchen uns eine lückenlose Aufklärung der Ereignisse und Verantwortung (und gerechte Strafen) für alle die im Laufe dieses Prozesses versagt haben und Beweise vernichtet haben.

In würdigem Gedenken an:

  • Enver Şimşek – ermordet am 09. September 2000 in Nürnberg
  • Abdurrahim Özüdoğru – ermordet am 13. Juni 2001 in Nürnberg
  • Süleyman Taşköprü – ermordet am 17. Juni 2001 in Hamburg
  • Habil Kılıç – ermordet am 29. August 2001 in München
  • Mehmet Turgut – ermordet am 25. Februar 2004 in Rostock
  • İsmail Yaşar – ermordet am 09. Juni 2005 in Nürnberg
  • Theodoros Boulgarides – ermordet am 15. Juni 2005 in München
  • Mehmet Kubaşık – ermordet am 04. April 2006 in Dortmund
  • Halit Yozgat – ermordet am 06. April 2006 in Kassel
  • Michèle Kiesewetter – ermordet am 25. April 2007 in Heilbronn

Hanau

Am 19. Februar 2020 starben in Hanau 9 Menschen durch die Hannd eines rassistisch motivierten neonazistischen Terroristen. Auch im Fall Hanau zeigt sich dass das Staatsversagen in Deutschland System hat. Rechtsextreme Sympathien und rassistische Vorurteile sind weit verbreitet in deutschen so genannten “Sicherheitsbehörden”. Der terroristische Anschlag in Hanau zeigt das nur zu gut auch im Jahr 2020. Wir fordern und wünschen eine lückenlose Aufklärung aller Ereignisse, allem Versagen seitens der sogenannten “Sicherheitsbehörden” und Höchststrafen für alle Verantwortlichen.

In würdigem Gedenken an die Opfer:

  • Gökhan Gültekin
  • Sedat Gürbüz
  • Said Nesar Hashemi
  • Mercedes Kierpacz
  • Hamza Kurtović
  • Vili Viorel Păun
  • Fatih Saraçoğlu
  • Ferhat Unvar
  • Kaloyan Velkov
  • Gabriele Rathjen
  • Ibrahim Akkuş

München – Olympia Einkaufszentrum

Am 22. Juli 2016 tötete ein rassistisch-rechtsextrem motivierter Terrorist in München 9 Menschen. Die bayerischen Behörden weigerten sich jahrelang die Tat als rechtsextremen Terror einzustufen. Das zeigt noch einmal wie blind deutsche “Sicherheitsbehörden” auf dem rechten Auge sind.

In würdigem Andenken gedenken wir aller Opfer dieses rechtsterroristischen Anschlags:

  • Armela
  • Sabina
  • Sevda
  • Can
  • Selçuk
  • Hüseyin
  • Roberto
  • Guiliano
  • Dijamant

Amadeu Antonio

Am 24. November 1990 wurde Amadeu Antonio von einer Gruppe von 50 Neonazis und Rassisten attackiert. Die Nazis verprügelten Amadeu derart dass er am 06. Dezember 1990 an den Folgen dieses rassistisch motivierten Angriffs durch Neonazis starb. Neben ihm wurden noch zwei andere Menschen brutalst attackiert und schwer verletzt. Die Tat ereignete sich aufgrund der Hautfarbe der drei Menschen und machte sie deshalb zum Ziel der Neonazis. Amadeu verlor sein Leben aus reinem Menschenhass.

In würdigem Gedenken an Amadeu Antonio.

Oury Jalloh

Oury Jalloh starb am 07. Januar 2005 in Dessau während er in Polizeigewahrsam war. Der Fall ist ein Paradebeispiel für rassistisch motivierte Polizeigewalt und bis heute nicht aufgeklärt. Zahlreiche Fälle von Vertuschung und Falschaussagen von sogenannten “Gesetzeshüter*innen” und aktive Gleichgültigkeit des Staates haben diese Vertuschung ermöglicht und ermöglichen sie bis heute.

Oury Jalloh wurde von den Bullen verhaftet und gefesselt in eine Zelle gebracht. Laut Aussage der Bullen habe er sich dann im Laufe seines Verbleibs dort selbst angezündet mit einem Feuerzeug aus seiner Hosentasche (das niemals gefunden wurde). Die offizielle Darstellung der Bullen ist so unglaubwürdig und unmöglich dass es selbst einem Amateur auffallen muss.

Dennoch ist der Fall bis heute nicht aufgeklärt. Die Bullen schützen sich gegenseitig und decken sich. Der Staat ist nicht in der Lage und auch nicht gewillt den Fall aufzuklären. Er ist ein sehr gutes Beispiel für absolutes Staatsversagen und zeigt einmal mehr dass die sogenannten “Sicherheitsbehörden” durchsetzt sind von Rassismus.

Wir sagen klar: Oury Jalloh das war Mord!

Wir fordern und wünschen uns eine Aufklärung des Mordes, Höchststrafen für alle Täter*innen und eine Aufklärung rassistischer und rechtsextremer Strukturen innerhalb staatlicher Behörden.

In würdigem Gedenken an das Opfer dieses rassistisch motivierten Mordes Oury Jalloh.

Mit der politischen Elite in Form der Bundesregierung ist keine Besserung zu erwarten. Der Faschismus wird hofiert, wird selbst umgesetzt und ist auf dem Vormarsch, die Wegbereiter sitzen im Kanzleramt, in den Ministerien und im Bundestag.

Wir müssen laut werden und der Regierung ein Dorn im Auge sein. Den Faschismus bekämpfen wo er auftritt. Im Großen wie im Kleinen. Wir sind es den Opfern schuldig.