PGP/GPG Verschlüsselung
PGP/GPG ist eine der am weitesten verbreiteten Verschlüsselungsmethoden. Mit ihr lassen sich z.B. Text, Bilder, Audio usw. verschlüsseln und für Dritte unleserlich machen. Die Verschlüsselung funktioniert asymmetrisch. Das bedeutet jede Person hat 2 Schlüssel. Einen privaten und einen öffentlichen Schlüssel. Person A möchte einen Text an Person B senden. Person A nimmt den öffentlichen Schlüssel von Person B und verschlüsselt damit den Text den A an B senden möchte. Er lässt sich dann nur noch mit dem privaten Schlüssel von Person B entschlüsseln und lesbar machen. Dateien sind damit gesichert und können über das normale Internet verschickt werden.
Verschlüsselung für Windows
PGP/GPG muss auf Windows extra installiert werden und kann z.B. über das Programm “Kleopatra” genutzt werden. Kleopatra bietet eine grafische Oberfläche mit der Schlüsselpaare angelegt, importiert und verwaltet werden können. GPG4win ist ein Open-Source Projekt dass alle nötigen Teile zum Nutzen von PGP/GPG auf Windows enthält.
GPG4win/Kleopatra ist Open-Source und lässt sich hier herunterladen: https://www.gpg4win.org/download.html
PGP für Linux (UNIX-basierte Systeme):
Auch hier ist theoretisch die Nutzung von Kleopatra möglich (wobei es hier auf eurer jeweiliges Linux System ankommt – Wir empfehlen für den Einstieg Ubuntu oder Linux Mint). Es existiert allerdings auch eine terminalbasierte Variante falls ihr euch mit Linux Terminals und Befehlen bereits etwas auskennt.
Erstellen unter Linux (Entnommen aus Immerda WIKI)
- Ein Terminal starten. Dies kannst du indem du Alt+F2 drückst, und danach xterm eingibst. Oder indem du unter den Programmen nach „Terminal“ suchst.
- Im Terminal „gpg –gen-key“ eingeben und Enter drücken
- „1“ eingeben und Enter drücken
- Schlüssellänge auf 4096 einstellen (sicherer) und Enter drücken
- „0“ eingeben und Enter drücken
- Name eingeben (z.B. der Teil vor dem @ der Email Adresse) und Enter drücken
- Email Adresse eingeben und Enter drücken
Dein Schlüssel ist jetzt erstellt. Nur, wo befindet er sich? Linux hat einen Ordner namens .gnupg in deinem Home Verzeichnis angelegt und den Schlüssel in die Datei secring.gpg gespeichert. Damit der Schlüssel in der Form ist, wie du ihn nach Immerda hochladen kannst, musst du noch folgende zwei Befehle ausführen:
gpg -a –output gpg-key.asc –export
gpg -a –output gpg-secret-key.asc –export-secret-keys
Danach könnt ihr die gpg-key.asc als Öffentlichen Schlüssel nach Immerda hochladen und die gpg-secret-key.asc als Private Schlüsseldatei hochladen.
Lösche danach die gpg-key.asc und die gpg-secret-key.asc Dateien! Der Schlüssel ist ja weiterhin in der secring.gpg Datei gespeichert.
Auch Dateien, PDFs, Bilder etc. sollten (wenn möglich) vor dem Versenden an Genoss*innen PGP-verschlüsselt werden, da sie so während der Übermittlung (wenn z.B. abgefangen worden) nicht gelesen werden können.
Verschlüsselung von Dateien, Festplatten und USB-Sticks
Für Windows könnt ihr Veracrypt nutzen. Das Programm erlaubt es euch entweder einen verschlüsselten “Container” zu erstellen in den ihr dann Dateien verschieben könnt wo diese dann verschlüsselt liegen. Stellt euch diesen “Container” wie einen normalen Ordner auf Windows vor, nut verschlüsselt. Den verschlüsselten “Ordner “Container” könnt ihr dann normal verschieben und auf USB-Sticks oder Festplatten verschieben oder auf eurem PC liegen lassen. So könnt ihr Dateien verschlüsselt speichern ohne dass ihr den ganzen USB Stick oder die ganze Festplatte verschlüsseln müsst.
Wenn ihr Veracrypt nutzt erstellt ihr erst den verschlüsselten Ordner und vergebt ein Passwort für diesen. Verwendet hier am Besten einen Passwortmanager wie KeePass oder KeePass XC um ein zufälliges sehr kompliziertes Passwort automatisch zu generieren. Das müsst ihr euch dann auch nicht merken. Während ihr den verschlüsselten Ordner erstellt legt ihr auch seine Größe fest. Ihr könnt dann so viele Dateien in dem verschlüsselten Ordner speichern bis der Speicherplatz voll ist.
Um Dateien in den verschlüsselten Ordner zu verschieben klickt ihr einfach das Symbol an (Veracrypt öffnet sich) und wählt ein Laufwerk (A bis Z) aus, dabei ist es egal welchen Buchstaben ihr nutzt (ihr solltet nur nicht C: oder D: nutzen, die sind auf Windows oft die Laufwerknamen für eure normale Festplatte(n)). Dann klickt ihr auf “mount” und gebt das Passwort ein Veracrypt entschlüsselt dann den Ordner. Dann geht ihr in den Dateimanager oder Explorer und öffnet das Laufwerk das ihr euch ausgesucht habt. Dann könnt ihr eure Dateien einfach in den Ordner bzw. auf das Laufwerk ziehen und sie werden automatisch verschlüsselt.
Wenn ihr fertig seid klickt ihr einfach auf “unmount” und das Laufwerk wird entfernt und der Container/Ordner wieder verschlüsselt.
Eure Dateien die ihr verschlüsselt habt liegen oft noch unverschlüsselt auf eurer normalen Festplatte wenn ihr die Dateien nur kopiert habt. Diese müsst ihr dann noch sicher löschen. Normales Löschen ist nicht sicher! Zum sicheren Löschen solltet ihr ein Programm wie “Eraser” nutzen. Damit könnt ihr sicher sein dass Dateien nicht wieder hergestellt werden können falls euer PC beschlagnahmt wird.
Verschlüsselung auf Mobilgeräten
Verschlüsselung von Dateien/Texten vor dem Versenden über das Internet
PGP/GPG-Schlüssel lassen sich problemlos auf Androidgeräte ziehen und dort nutzen. Eine Open-Source basierte App die das Verschlüsseln/Entschlüsseln und die Schlüsselverwaltung unterstützt ist z.B. “Openkeychain”. Die App ist im Goolge Playstore und auch in sichereren alternativen Appstores wie F-Droid verfügbar.
Verschlüsselung von Dateien auf dem Handy
Wenn es darum geht Dateien zu verschlüsseln, die auf dem Handy selbst abliegen um z.B. zu verhindern, dass Polizei, Staatsorgane oder andere auf diese Dateien zugreifen können bietet sich die Open-Source App “DroidFS” an. Die App ist nur in alternativen App-Stores verfügbar z.B. in F-Droid. Link zur F-Droid Website von DroidFS: https://f-droid.org/packages/sushi.hardcore.droidfs/
Die App ermöglicht es eine verschlüsselte virtuelle “Festplatte” auf dem Handy anzulegen und dann Dateien dort hineinzuschieben. Dateien werden automatisch verschlüsselt wenn sie in den verschlüsselten Ordner verschoben werden.
In dieser verschlüsselten virtuellen Festplatte können sensible und komprimmittierende Dateien, Videos, Bilder, Notizen usw. speichern und mit einem Passwort schützen sodass diese Dateien für niemanden lesbar sind der das Passwort nicht hat.
Um ein zusätzliches Sicherheitslevel zu erreichen empfiehlt es sich einen Passwortmanager zu nutzen um ein sehr langes (100+ Zeichen) zufälliges Passwort zu generieren und automatisch einfüllen zu lassen damit das Passwort zu den wichtigen verschlüsselten Daten möglichst unvorhersehbar und schwer zu knacken ist.
WICHTIG: Es sollte unbedingt vermieden werden Passwörter wieder zu verwenden! Es sollte sich ein sehr langes (idealerweise 30+ Zeichen mit Sonderzeichen, groß und Kleinschreibung und Zahlen) Passwort oder eine Passphrase (8-10 Wörter mit Sonderzeichen z.B. “!, ?, %, &, ), (, /” usw. dazwischen) zu verwenden um den ein einzigartiges Masterpasswort/Masterpassphrase für den Passwortmanager zu erstellen und sich zu merken. Geburtstage, Addresse, Namen von Haustieren usw. sollten unbedingt vermieden werden!
